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Ausreichend Platz am Arbeitsplatz

30.04.2016

Nach oben kennt die Größe des Büroarbeitsplatzes keine Grenzen. Nach unten schon. Rechtliche Bestimmungen bewahren Arbeitnehmer vor zu viel Nähe zu den Kollegen durch Platz-Preis-Optimierungen. Beim Zusammenstellen von Schreibtisch, Bürostuhl, PC mit Bildschirm und Telefon müssen sich Arbeitgeber an vorgegebene Maße halten. Die Büroeinrichtung erfordert also auch eine gewisse Rechenleistung. Bis zum Zahlenwerk in der Büroplanung ist es jedoch ein verzweigter Weg, der bei den EU-Rahmenrichtlinien beginnt.

Richtlinien auf höchster Ebene

Die Sabbat-Ruhe des Judentums ist die älteste Arbeitsschutzvorschrift der Welt. Heute bezieht sich der Arbeitsschutz auch auf den Arbeitstag. Richtlinien der Europäischen Union sind die Grundlage für den Schutz der Gesundheit von Arbeitnehmers. Normen und berufsgenossenschaftlichen Verordnungen gehen mehr ins Detail und verschaffen mehr Klarheit.

Die Arbeitsschutzrahmenrichtlinie (89/391/EWG) wird als Grundgesetz der Arbeitssicherheit bezeichnet. Darin wird der Arbeitgeber verpflichtet, für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer in Bezug auf alle Aspekte, die die Arbeit betreffen, zu sorgen. Die Berücksichtigung des Faktors Mensch, unter anderem bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen, wird in dieser Richtlinie als Pflicht aufgeführt.

Nähere Hinweise zur Umsetzung geben Einzelrichtlinien: Die Bildschirmrichtlinie (90/270/EWG) beschreibt die gewünschte Beschaffenheit von Tastatur, Bürostuhl, Schreibtisch und Arbeitsfläche sowie Platzbedarf und Beleuchtung. Eine weitere Einzelrichtlinie ist die über Mindestvorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz in Arbeitsstätten (89/654/EWG). Hier werden u.a. eine angemessene Beleuchtung und ausreichende Verkehrswege und freie Wege im Notfall gefordert. Für die Büroplanung lassen die Formulierungen noch sehr viel Spielraum.

Vorgaben als Orientierung

Die oben beschriebenen Richtlinien werden mit Normen konkretisiert. So beschreibt die Norm Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten im Teil 5 die Anforderungen an Arbeitsplatzgestaltung und Körperhaltung (DIN EN ISO 9241-5:1999-08) die Grundsätze für Ergonomie am Arbeitsplatz in Bezug auf Büromöbel.

Wie die Beleuchtung, der Schall und Lärm, die thermische Umgebung etc. für einen ergonomischen Arbeitsplatz beschaffen sein soll, ist im Teil 6 dieser Norm wird in Leitsätzen für die Arbeitsumgebung (ISO 9241-6:1999) festgelegt. Diese Normen sind im Gegensatz zu den Richtlinien nur kostenpflichtig erhältlich.

Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) führt auf, dass ausreichend Grundfläche, Höhe und Luftraum vorhanden sein müssen. Die Angabe von 8 qm je Beschäftigten wurde in einer Novellierung im Jahr 2004 entfernt. In der Praxis sollte mehr Gestaltungsraum möglich sein.

Viele weitere Normen und Verordnungen, z. B. für Bildschirm und Büromöbel wie Schreibtisch und Bürostuhl beschäftigen sich mit detaillierten Aspekten. Dazu mehr an anderer Stelle. Für die Büroeinrichtung sind die aufgeführten Grundlagen eher als Empfehlung zu sehen. Ganz klare Vorgaben für den Büroarbeitsplatz bieten z. B. die Verordnungen der Berufsgenossenschaften.

Flächeneinteilung nach Vorschrift

Konkrete Zahlen zu den verschiedenen Flächen im Büro sind in den Verordnungen der Berufsgenossenschaften festgelegt. Folgende Angaben für Ergonomie am Büroarbeitsplatz finden sich im Anhang der Bildschirmarbeitsverordnung der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft:

  • Arbeitsfläche: Mind. 1600 m x 800 mm (Breite x Tiefe). Entsprechende Stellflächen sind für Arbeitsmittel und Ausstattungsgegenstände erforderlich.
  • Bewegungsfläche: Beschäftigte sollen verschiedene Körperhaltungen einnehmen und dynamisch sitzen können. Dafür muss die Mindestbewegungsfläche von 1,50 qm an jeder Stelle mindestens 1 m tief sein.
  • Funktionsfläche: Damit ist der Raumbedarf für z.B. Fenster, Türen, bewegliche Arbeitsmittel und Möbel gemeint. Diese Arbeitsmittel sollen ungehindert bewegt werden können - ohne Quetsch-, Scher- und Stoßstellen.
  • Verkehrswege: Als solcher wird der Weg von der Bürotür zum Fenster oder zu einer anderen Durchgangstür bezeichnet. Die Breite ist abhängig von der Zahl der Nutzer der Wege (bis 5: 0,875 m; bis 20: 1 m; bis 200: 1,2 m; bis 300: 1,8 m, bis 400: 2,4 m). Sobald ein Verkehrsweg von mehr als einer Person genutzt wird, muss er auch als Fluchtweg geeignet sein. Gäste und Kunden gehören auch zu den Nutzern.
  • Verbindungsgänge: Das ist der Weg zum persönlich zugewiesenen Arbeitsplatz. Hier reicht eine Breite von 0,6 m. Für Wege zum Fenster oder Heizkörper dürfen noch schmaler sein. Wer die Luftzufuhr oder Temperatur einstellen möchte, muss mit 0,5 m auskommen.
  • Raumhöhe: Je größer die Grundfläche, desto größer muss die Raumhöhe sein: bis zu 50 qm: mind. 2,5 m; mehr als 50 qm: mind. 2,75 m; mehr als 100 qm: mind. 3 m; mehr als 2000 qm: mind. 3,25 m.

Die Flächen dürfen sich nicht überlagern. Die Planung der Büroeinrichtung erfordert somit auch eine gewisse Mathematik. Unsere professionellen Büroplaner sind geübt in dieser Rechenleistung.

Büroplanung für die Büroeinrichtung nach Vorschrift

Unsere Büroplaner bei HEVIS kennen sich mit den Vorschriften aus. Die neue Büroeinrichtung visualisieren wir für Sie in unserem Planungsprogramm maßstabsgerecht - mit allen korrekten Flächen. Virtuell können wir die Büromöbel noch ganz leicht verschieben.

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